Werbung – die bunte Bedrohung?

Werbung – die bunte Bedrohung?

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Neulich beim Einkaufen erlebte ich eine Szene, die mir wieder aufzeigte, wie manipulativ und vor allem schädlich Werbung sein kann. Eine Mutter war mit ihrem ca. 3- oder 4-jährigen Sohn einkaufen, hatte schon allerlei gekauft als der Junge lautstark weinte. Es war weniger ein Weinen als ein Protestieren. Er wollte etwas aus dem Kühlregal. Die Mutter wollte ihm nichts geben, aber der Kleine ließ sich nicht abbringen und wurde lauter. Genervt nahm Sie einen Milchshake, den er aber nicht wollte, sondern auf etwas anderes zeigte. Sie gab ihm ein Schoko Ei, bunt und eingepackt in Plastik – und schon war Ruhe.

Es ist fatal, so verführerisch, diese bunten Bilder, Namen, Sprüche, Figuren aus Serien (die beiden Bereiche passen ja gut zusammen), vermeintlich gesunde Inhalte und alles nur aus Liebe – wer die Zutatenliste anschaut, und sich etwas damit beschäftigt, legt es schnell wieder zurück.

Jede Werbung ist bis ins Detail bewusst so gestaltet, um die „Zielgruppe“ zu erreichen. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Vom Typ Mensch, vor allem süße Jungen und Mädchen, Tiere, die Umgebung, Hintergrund, Kleidung, Farben, Stimmen, Musik. Alles passt perfekt, um etwas vorzugaukeln, was nicht ist. Eine Illusion, in die wir geführt werden. Oder glaubst du, dass eine Süßigkeit oder Anderes dich von deinen Problemen befreit? Oder dass den Konzernen deine Gesundheit oder die deiner Kinder am Herzen liegt? Dann wären unzählige Regale leergefegt.

Jeder weiß, dass Süßigkeiten ungesund sind. Der gesundheitlich negative Einfluss ist bestätigt. Von Unruhe, Konzentrationsstörungen, Aggressivität bis zu Diabetes und nichtalkoholischer Fettleber schon bei Kindern unter 10 Jahren. Die Zahlen dazu sind alarmierend.

Die meisten Zutaten in den Süßigkeiten sind bedenklich – und gehören nicht in den Körper eines Kindes. Schlechte, billige Fette, zu viel Zucker, Süßungsmittel, zu viel Füllstoffe, Zusatzstoffe, Aromen, Farbstoffe, Emulgatoren usw.

Es gibt zwar den ADI Wert (akzeptable tägliche Aufnahmemenge – (Acceptable Daily Intake, basiert überwiegend auf den Ergebnissen von Tierstudien, Link dazu am Ende – bitte bewusst lesen), den alle einhalten müssen, aber bei der Menge an verarbeitetem Essen wird der Wert schnell überschritten. Und es werden keine Vorerkrankungen berücksichtigt, es gibt keine Warnung auf der Verpackung. Sie können es sich leisten, denn es ist schwer nachzuweisen, wann welches Produkt den Körper geschädigt hat.
Ja, es mag schmecken, aber was es anrichtet, vor allem nach längerer Zeit ist sehr bedenklich, die krankheitsfördernde Wirkung ist bestätigt. Viele Eltern merken bei Ihren Kindern und auch bei sich selbst, wenn sie eine Zeit darauf verzichten. Es verändert sie und ihre Kinder – zum Positiven.

Jetzt sagen natürlich viele: „Bei uns gibt es nur selten was“ oder „Ein bisschen ist doch in Ordnung“
„Wäre es so schlimm, dann dürfte es ja nicht auf den Markt und außerdem wird ja alles sehr streng kontrolliert“.
Kurz, wir rechtfertigen selbst die Manipulation und den Betrug, dem wir ausgesetzt sind. Soweit haben sie uns schon.

Konzerne geben mehr Geld für Werbung aus als für die Verbesserung oder Entwicklung neuer Produkte. Unzählige Millionen Euro an Werbung für Süßigkeiten, die für teilweise unter 1 € zu kaufen sind. Was glaubst du wie viele Tonnen an Süßigkeiten verkauft werden müssen, um schwarze Zahlen zu schreiben?
Die Kennzeichnungspflicht ist in weiten Teilen ein Witz, vieles muss nicht deklariert werden, Schlupflöcher gibt es auch genug.

Überleg mal, wie viel Geld diese ganzen unzähligen Süßigkeiten in die Kassen spülen. Nicht nur die Konzerne profitieren. Alle Zulieferer, die chemische Industrie, Food Designer, Werbung, Marketing, Großhändler, Zwischenhändler, Einzelhändler, Ketten, Logistikunternehmen. Und nach kurzer Zeit auch Ärzte, Heilpraktiker, Apotheke, Therapeuten, Psychologen, Pharma. Und vor allem fließen jede Menge Steuern in den aufgeblähten Staatsapparat. Glaubst du, die würden darauf verzichten?

Die großen Konzerne verdienen Milliarden, und je mehr Geld, je größer die Macht, und diese nutzen sie und verdienen noch mehr Geld. Alles was ihnen im Weg stehen könnte wird beseitigt. Gesetze und Verordnungen werden den Wünschen der Konzerne angepasst.

Der Verbrauch von Ressourcen, Energie, Rohstoffe, Erdöl, Plastik, Wasser und vieles Weitere – egal.
Ob der Kakao von Kindern geerntet wird, die in ärmlichen Verhältnissen leben müssen und oft krank durch die Spritzmittel sind – egal.
Transporte über tausende Kilometer, CO²-Abdruck, auch die der Industriefabriken dazu – egal.
Ob die Gesundheit gefährdet wird, Ökosysteme zerstört werden – egal.
Ob Kinder, Erwachsene, Tiere krank werden – egal (dann verdienen wenigsten andere noch daran)

Und warum? Es bringt viel Geld, sehr viel Geld. Da ist für Menschlichkeit, Gesundheit und Naturschutz kein Platz.

Die Regierung wird nichts unternehmen.
Die Behörden werden nichts unternehmen.

– es liegt an uns, den Verbrauchern, etwas zu ändern.

Was nicht verkauft wird, fliegt aus dem Regal. So einfach und effektiv.

Ich muss es einfach so hart sagen, da mir selbst sämtliche Rechtfertigungen und Ausreden ausgegangen sind. Nachdem ich „dahinter geschaut“ habe, sieht nichts mehr davon bunt und schön aus.

Es gibt so viele gute und gesündere Alternativen, wir dürfen und müssen die Verantwortung für unsere Gesundheit und vor allem für die Gesundheit unserer Kinder selbst übernehmen. Wir können zwar schimpfen, dass so viele schlechte und schädliche Sachen (denn Lebensmittel sind das nicht) verkauft werden. Solange wir sie kaufen, werden sie produziert. Durch unseren Kauf fördern wir das Alles und sagen Ja dazu.

Eines Tages beim Einkaufen an der Kasse, habe ich erlebt, dass es auch anders gehen kann. Hinter mir ein kleines Mädchen im Wagen, sie wartete ungeduldig, bis sie endlich die Zucchini bekam. Am liebsten hätte sie sofort reingebissen. Ich sprach die Mutter an, wie selten es ist, dass ein Kind nicht Süßes, sondern Gemüse mag. Sie meinte daraufhin, dass Ihr Mädchen Süßigkeiten nicht kennt. Ich war erstaunt und voller Respekt dafür. Es mag eine Herausforderung sein, aber es ist machbar. Und je mehr mitmachen, je leichter wird es für Alle.

Ich weiß, es ist zu Beginn nicht leicht, den bunt schillernden und alles Mögliche versprechenden Sachen zu widerstehen. Werbung wirkt lange nach, ohne dass wir es merken. Da wir nicht bewusst darauf achten, sondern uns gerne der Bequemlichkeit wegen einlullen lassen. Ich war da keine Ausnahme.
Erkennen wir aber, was tatsächlich dahinter bzw. darin steckt und wie sie uns manipulieren …
– Wenn du etwas nicht schaffst, iss was Süßes, es tröstet dich.
– Wenn du etwas geschafft hast, iss Süßes zur Belohnung.
Merkst du was?

Dann können wir Stück für Stück darauf verzichten und uns leckere Alternativen suchen und selbst machen.

Wenn du mal eine Zeitlang selbst gemachte „Süßigkeiten“ gegessen hast und dein Körper sich an den natürlichen Geschmack gewöhnt hat, dann wirst du den Unterschied zu den chemischen „Süßigkeiten“ schmecken und erkennen, was dir guttut.

Deine Kinder sollten es dir wert sein, und du darfst es dir auch wert sein. Ihr habt nur diesen einen Körper.

Jede Veränderung beginnt mit einer Erkenntnis
und dem 1. Schritt

Zum Titelbild:
Wenn du dir nur die Bilder ansiehst, würdest du erkennen, was drin ist?
– Glaubst du, eine Kuh springt Trampolin und freut sich über Ihr Dasein in der Massentierhaltung mit allem was sie da erleiden und erdulden muss?
– Glaubst du mit jeder Menge Zucker und anderen Pulvern wird dein Kind stark wie ein Löwe?
– Glaubst du, dein Kind „schafft es“, wenn es einen Schokoriegel isst?
Ein Riegel mit 12,5 g hat 6,7 g Zucker – über die Hälfte ist reiner Zucker (1 Esslöffel), der Rest Milchpulver, Fett, Emulgatoren, etwas Kakao – gesund ist anders. Aber sie haben es ja mit ganz viel Liebe gemacht, fragt sich nur – Liebe zu wem?
– Warum ist es nötig, mit Preisen, Überraschungen und beliebten Tieren und Figuren zu arbeiten? Würde es sonst nicht gekauft? Vermutlich nicht, denn der Verkauf von unnötigen und ungesunden Sachen ist nur auf emotionaler und manipulativer Schiene möglich. Jeder, der die Zutaten genau liest wird es zurückstellen.

Hier noch die Zutaten von einigen Produkten, die ich fotografiert habe. Mach dir selbst ein Bild und entscheide. Es ist dein Körper, der Körper und die Gesundheit deines Kindes, für das du verantwortlich bist. Du und sonst niemand. Nicht der Staat, nicht die Industrie, keine Behörde, kein Arzt, keine Pharma. Nur DU.

Quelle: Eigen

Link ADI Wert: https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_lebensmittelzusatzstoffen-2274.html