Das Zusammenspiel zwischen Gedanken, Gefühlen und Deinem Körper

Das Zusammenspiel zwischen Gedanken, Gefühlen und Deinem Körper

Jeder kennt die Körpersprache, sie ist quasi der Dolmetscher unserer Gefühle, die durch die Haltung des Körpers und unserer Mimik gespiegelt werden. Beobachte kleine Kinder und Tiere. Ihre Köperhaltung und Gesten zeigen genau an, wie sie sich fühlen. Du weißt woran Du bist und kannst Dich darauf einstellen. Es ist vielleicht nicht immer angenehm, gerade bei negativen Gefühlen. Wir sehen diese nicht gerne, möchten lieber immer Freude und Zufriedenheit.

Im Laufe der „Er-Ziehung“ wurden uns viele Haltungen und Gesten genommen: „Das tut man nicht, das gehört sich nicht, sitz still, da musst du nicht wütend sein, hör auf zu schreien, ist ja nicht so schlimm“ und vieles anderes mehr. Wir sollen artig, brav, nett und hilfsbereit sein. Unsere eigenen Bedürfnisse sollen am besten ganz gering oder sehr einfach zu befriedigen sein.

Besonders prägend im negativen Sinne ist: „Da brauchst du doch nicht weinen, das ist doch nicht so schlimm“. Am besten noch eine Süßigkeit, damit das schlimme Gefühl ganz schnell weg ist. Das nenne ich Konditionierung, die sich jahrzehntelang halten kann.

Wut und Enttäuschung zu zeigen ist nicht angemessen, kontrolliere Dich. Du weißt, was ich meine. Die wenigsten bekommen gezeigt, wie sie mit solchen Gefühlen umgehen können, wie und wo sie ihren Frust rauslassen können, dass sie dennoch absolut in Ordnung und liebenswert sind. Es werden Glaubenssätze gebildet und Verhaltensmuster, die dann zur Identifikation führen.

Was Körperhaltung noch macht

Durch die Körperhaltungen, die Du je nach Gedanken- und Gefühlslage einnimmst, werden auch die entsprechenden Hormone im Körper ausgeschüttet. Stress- oder Glückshormone. Wenn Du gewonnen hast und Dich richtig freust, es rauslässt, dann spürst Du diese tolle Energie, Du könntest platzen vor Freude und die ganze Welt umarmen. Du bist leicht und fühlst dich frei. Aus dieser Ebene ist alles Schöne und Lustige noch besser.

Wenn Du in so einem Zustand eine schlechte Nachricht bekommst, ist sie zunächst nicht so schlimm. Erst wenn Du Dich damit mehr und mehr beschäftigst, zieht es Dich runter und die Leichtigkeit wird zur Schwere.

Wenn Du in einem trüben, schweren Zustand bist, ist alles Negative und Schwere noch schwerer. Alles Schöne und Lustige hat es schwerer Dich aufzuheitern. Ich kenne beide Seiten und kann nur bestätigen, egal welches Ereignis, welche Botschaft etc. mich erreicht. Ich re-agiere anders, je nach Gemütszustand. Und doch ist das Ereignis oder die Botschaft die gleiche. So kann ich über einen Witz entweder herzhaft lachen oder nur müde lächeln. Das liegt aber nicht am Witz, sondern an meinem Gemütszustand.

Reaktion auf Körperebene

Bist Du wütend und könntest schreien, stampfen, um Dich schlagen oder am liebsten irgendwas zerdeppern – tust es aber nicht, weil es nicht angemessen ist oder gelernt hast, es zu unterdrücken, dann bleibt diese Energie im Körper und auch die entsprechenden Hormone, die ausgeschüttet werden. Du fühlst Dich schlecht, sackst in Dich zusammen oder bebst innerlich weiter. In dieser Lage kann Dich die Fliege an der Wand zum Platzen bringen. Manchem hilft dann kalt duschen, Joggen oder ähnliches.

Du re-agierst also auf Körperebene. Je nach Gefühlslage (und den dazugehörigen Gedanken) bewegst und verhältst Du Dich und dementsprechend werden Hormone ausgeschüttet, die das ganze verstärken.

Doch Du kannst den Spieß auch umdrehen.

  • Erschaffe Dir gute Gefühle durch Deine Körperhaltung und Mimik

Stelle Dich einmal aufrecht hin, Kopf und Rücken gerade, Beine leicht auseinander, strecke die Arme nach oben und atme tief ein. Du wirst vielleicht merken, dass sich etwas in Dir verändert

Wenn Du Dich selbst schon gut kennst, kannst Du die Haltung, die Dich leichter macht immer wieder einnehmen. Wie reagierst Du bei z. Bsp. bei Freude, Erfolg, Lob, etc. Wie stehst, sitzt, läufst Du? Wie sehen Deine Gesichtszüge aus? Reißt Du die Arme hoch und hüpfst, wenn Du Dich riesig freust, oder machst Du eine Faust und schreist „Chakka“, oder grinst Du vor Dich hin wie ein Honigkuchenpferd?

Wenn Du genau diese Haltung und Mimik machst, jetzt gleich, einfach so und innerlich noch laut „JAAA“ schreist, dann merkst Du, wie Du Dich immer besser fühlst. Stimmts? 😉

Du kannst keine gegensätzlichen Gefühle auf einmal fühlen. Es fällt schwer sich zu freuen, wenn man gerade tief traurig ist. Und ebenso fällt es schwer sehr traurig zu sein, wenn man gerade richtig gut drauf ist. Die Stimmung kann kippen, ja. Aber gleichzeitig geht es nicht.

Nichts verdrängen

Es geht nicht darum, Ängste, Sorgen und Kümmernisse zu ignorieren oder zu verdrängen. Das funktioniert nur bedingt und meist nur kurze Zeit und sie gehören angeschaut. Doch wenn Du an einem Tag viel Negatives gehört, gesehen oder gelesen hast kann Dich das runterziehen und statt abends noch was zu unternehmen oder Spaß zu haben bist du erschöpft und müde. Dann kannst Du selbst aus diesem Loch hochklettern.

Sich selbst kennen lernen

Um Deine Körpersprache besser nutzen zu können und zu agieren statt zu re-agieren, solltest Du sie kennen. Beobachte Dich und Deinen Körper bei verschiedenen Situationen. Dann kannst Du vor wichtigen Terminen, Gesprächen, Spielen, was auch immer, eine Zeitlang genau die Haltung und Mimik anwenden, um Dich in das gewünschte Gefühl zu bewegen.

Am besten ist natürlich, Du machst jeden Morgen Deine Siegerpose und startest so gleich gut gelaunt in den Tag.

Ach ja, wenn Du Dich grad nicht toll fühlst, dauert es evt. einige Minuten, bis dein Körper die nötige Menge Hormone ausgeschüttet hat, die Dich besser fühlen lassen. Bei extremen Situationen klappt es womöglich gar nicht. Lass Dich davon nicht beirren, jeden Morgen beginnt ein neuer Tag und damit neue Möglichkeiten.

Wenn Du mehr über Dich und Deine Haltung erfahren möchtest, mach mal alle möglichen Sitz- und Stehhaltungen und spüre, wie Du Dich nach einer Zeitlang fühlst. Aufrecht sitzen, lümmeln, angelehnt. Was könntest Du in bestimmten Haltungen tun und was wäre Dir unmöglich?

Wenn Du es mit Freunden machst, kannst Du noch mehr erkennen, da Du ja mit Deiner Haltung anderen ein Signal sendest. Was kommt bei ihnen an?

  • Erschaffe Dir gute Gefühle durch die Erinnerung an positive Situationen und Ereignisse.

Deine Gedanken sorgen für Deine Stimmung. Alles was Du denkst und auch siehst und hörst beeinflusst Deine Gefühle. Wenn Du ganz viele Bilder anschaust mit lachenden, fröhlichen Menschen, wird sich Deine Stimmung automatisch heben. Wenn Du es zulässt und sich nicht etwas in Dir dagegen wehrt, doch das ist ein anderes Thema.

Du kannst Dir jederzeit Situationen ins Gedächtnis rufen, die Dich erfreut, ermutigt, bewegt haben. Du kannst dadurch diese Gefühle wieder hervorrufen, als wären diese Situationen gerade jetzt da. Das funktioniert auch mit Musik oder Filmen. Das kennst Du bestimmt.

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg beim Erschaffen Deiner positiven Gefühle und dadurch positiven Situationen. Damit Du immer öfter herzhaft lachen kannst.